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Für alle Testszenarien aus- und eingerichtet: Neues Prüffeld bei SELVE in Betrieb

Hier werden nicht nur Antriebe auf Herz und Nieren geprüft: Ob Langzeit- und Verschleißtests, ob Validierungstests für neue Produkte und noch vieles mehr – all das findet im neu gestalteten Prüffeld von SELVE statt. Für den umfangreichen Umbau der Anlagen inklusive Erweiterung der Prüfkapazitäten hat das Lüdenscheider Unternehmen eine nicht unerhebliche Summe investiert. Der Bereich mit 30 Motor-Prüfständen erstrahlt in neuem Glanz, zusätzlich wurde auch für mehr ‚Manpower‘ gesorgt. „Unsere neu aufgestellte Abteilung ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir konsequent daran arbeiten noch besser, noch professioneller zu werden“, so SELVE-Geschäftsführer Andreas Böck: „Wir zielen auf Leistungsführerschaft ab, dafür sind wir im Sinne unserer Kunden auf breiter Front aktiv.“

Finanzielle und personelle Ressourcen wurden aufgestockt, das SELVE-Prüffeld zeigt sich technisch völlig up to date: „Wir haben unsere internen Testszenarien verändert und verschärft“, hebt Andreas Böck hervor. „Sämtliche Prüfstände sind zudem nun auf die Anforderungen von DIN EN 14202 ausgelegt“, so der Geschäftsführer. In der modernisierten Anlage gibt es Tests am laufenden Band. Hier werden neben Schnur- und Gurtwicklern vor allem die Rohrmotoren des Lüdenscheider Antriebsspezialisten geprüft. In insgesamt fünf Reihen sind jeweils sechs Teststände für Antriebe angeordnet, die je nach Art der Prüfung bis zu 15.000 Zyklen durchlaufen.

„Der gesamte Bereich wurde auf Hochglanz gebracht und aufgerüstet, alle Prüfstände wurden mit einer modernen Steuerung versehen“, berichtet Jörg Altenberg, Leiter der Qualitätssicherung (QS): „Damit sind unsere Testanlagen zentral über einen Touchscreen steuerbar und es ist dort genau ersichtlich, welcher Status jeder einzelne Antrieb hat.“ Die Planungen und das Konzept für Neugestaltung wurden SELVE-intern erstellt, nach rund sechsmonatigem Umbau ist das Prüffeld seit 1. Oktober vollumfänglich in Betrieb. „Neben technischen Neuerungen haben wir sowohl diverse ergonomische als auch optische Verbesserungen umgesetzt“, so Jörg Altenberg. Neue Beleuchtung, neuer Bodenbelag, hellerer Anstrich, mehr Platz für die Mitarbeiter bei der Antriebsmontage in den Prüfständen – die Liste der Veränderungen ist lang.

Damit geht ebenso eine organisatorische Neuaufstellung einher. Das Prüffeld wurde als eigene Abteilung der Qualitätssicherung zugeordnet – und personell verstärkt. Drei Mitarbeiter sind unter der Leitung von Jörg Altenberg im Einsatz. Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehört es, Antriebe in die Anlagen einzubauen, täglich ihren Status zu prüfen, die jeweilige Laufleistung der Prüflinge zu dokumentieren und bei Abschluss der unterschiedlichen Tests die Prüfberichte zu erstellen.

Im Wesentlichen sind es vier Testarten, die durchgeführt werden: Neben den erforderlichen Norm-Prüfungen der Antriebe nach DIN EN 14202 finden vor allem regelmäßige, produktionsbegleitende Prüfungen statt, „um unseren Kunden die gleichbleibende Qualität unserer Produkte zu garantieren“, so Jörg Altenberg. „Dafür haben wir einen Prüfplan entwickelt und entnehmen gezielt bestimmte Antriebstypen aus der Produktion“, so der QS-Leiter. Nach genau vorgegebenen Testabläufen werden Grund- und Funktionsprüfungen vorgenommen, ebenso wird die Dauerhaltbarkeit überprüft. Darüber hinaus stehen bei der Entwicklung neuer Produkte sowie bei Produktmodifikationen verschiedene Validierungstests im Prüffeld an. Des Weiteren werden auch Antriebe aus dem Bereich Motorreparatur geprüft, um Ursachen für Reklamationen zu durchleuchten. „Bei allen Tests verfolgen wir das klare Ziel, selbst kleinste Abweichungen zu unseren Qualitätsanforderungen frühzeitig zu erkennen, die Ursachen dafür zu ermitteln und den Fehler schnellstmöglich und nachhaltig abzustellen“, erläutert der QS-Leiter.

Zusätzlich ist das SELVE-Prüffeld auf viele weitere Testszenarien aus- und eingerichtet. So gibt es beispielsweise Klimaschränke, um Alterungsprozesse zu simulieren, oder auch Testrollläden mit verschiedenen Behanggrößen. Die Ausstattung komplettieren Sonderprüfstände für Kunden, Getriebeprüfstände sowie spezielle Prüfstände für Gurt- und Schnurwickler.

Das ist längst nicht alles, was für regen Testbetrieb sorgt: „Neben den vielfältigen Prüfungen unserer eigenen Produkte ist für uns auch Benchmarking ein Thema. Wir haben den Ansporn, uns ständig weiterzuentwickeln und zu verbessern, deshalb nehmen wir Wettbewerbsvergleiche vor – und erhalten so Aufschluss darüber, ob und wo wir noch besser werden können“, unterstreicht Andreas Böck.

Apropos Verbesserungen: Die stehen nach dem Umbau des Prüffelds in der Produktionshalle demnächst auch für zwei Dutzend Außenprüfstände an, wo Produkte für Markisen oder Screens getestet werden. „Als nächsten Step werden wir auch diese Anlagen überarbeiten und sie in unser neues System eingliedern“, gibt der SELVE-Geschäftsführer einen Ausblick.

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Technisch aufgerüstet und personell aufgestockt: Seit 1. Oktober ist das neue Prüffeld von SELVE in Betrieb. Für eine rege Auslastung sorgen Jörg Altenberg (2.v.re.), Leiter der Qualitätssicherung, sowie Kamil Jura (v.li.), Paul Nelle und Lars Martin (re.), die auch den wesentlichen Beitrag zum Umbau geleistet haben.
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Umfassend umgebaut: Neben einer modernen Steuerung der Prüfstände, die genauen Aufschluss über den Status der Antriebe gibt, wurden im Prüffeld auch optische Veränderungen sowie diverse ergonomische Verbesserungen zur Arbeitserleichterung in den Anlagen vorgenommen.
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Auf Herz und Nieren geprüft: Beim Dauertest der Antriebe werden in den Prüfständen mittels verschiedener Gewichte – das Spektrum reicht von zehn bis über 100 Kilogramm – Belastungen aufgebaut. Bis zu 15.000 Prüfzyklen umfasst ein solcher Test bei SELVE, der je nach Länge des Prüfzyklus mitunter auch drei Monate dauern kann. (Fotos: SELVE)